DER MANN AM FENSTER lyrics
by Reinhard Mey



Der alte Mann am Fenster gegen?ber
Ist nicht mehr da, jetzt ist das Zimmer leer.
Ganz unwillk?rlich, geht mein Blick hin?ber,
Dass ich ihn sah, wie lang ist das jetzt her.
Zwei steingraue, teilnahmslose Gestalten
trugen ihn heute morgen aus dem Haus.
Der Verwalter fing gleich an zu verwalten,
Und jemand r?umte seine M?bel aus.
Der Mann am Fenster.
Der Mann am Fenster.
Wir waren einander wie enge Vertraute,
er, der vom Sessel auf die Strasse sah.
Ich, der am Schreibtisch auf dem Bleistift kaute,
Wenn einer kam - der Andere war schon da.
Und wenn die Nacht sich auf die D?cher legte,
Nur dort und hier ein helles Fenster blieb,
Er, der sich schlaflos in der Stube regte,
und ich, der bis zum Morgengrauen schrieb.
Der Mann am Fenster.

Der Mann am Fenster.
Vorm' Haus steht ein verbeulter Lieferwagen,
Zwei junge Leute haben ihn gebracht.
Und M?bel und Kartons hinaufgetragen,
Sie malen und tapezieren die halbe Nacht.
Durchs offene Fenster dringt Musik her?ber,
Die beiden l?chelten mir zu vorhin.
Und langsam werde ich mir klar dar?ber,
Das ich f?r sie ab Heut' der Mann am Fenster bin.
Der Mann am Fenster.
Der Mann am Fenster.